In 10 Jahren wird es höchstwahrscheinlich so aussehen, dass Voice von fast allen Menschen im tĂ€glichen Leben fĂŒr Reservierungen, Bestellungen und EinkĂ€ufe genutzt wird.

Falls Sie das nicht glauben ist das der Weckruf. Bereits im Februar 2018 hat PwC eine Studie durchgefĂŒhrt, bei der Voice untersucht wurde. Diese ist hier zu finden.

Hierbei wurden US-Amerikaner im Alter von 18-64 Jahren befragt. 50% dieser Menschen haben bereits EinkĂ€ufe ĂŒber Voice getĂ€tigt. Und das ist schon zwei Jahre her.

 

Was wurde durch Voice gekauft?

  • 34% Essen (zum Mitnehmen)
  • 31% Lebensmittel
  • 24% Ein Buch
  • 22% Heimpflege, Elektronik
  • 21% Transport (z.B. Uber, Lyft)
  • 16% Reservierungen (z.B. Abendessen)
  • 3% Kleidung

Besonders interessant ist, dass sich von diesen Befragten zukĂŒnftig 32% vorstellen können Reservierungen ĂŒber Voice zu tĂ€tigen (+16%), 22% zukĂŒnftig ĂŒber Voice Kleidung kaufen werden (+19%) und sich 26% der Befragten sogar vorstellen können, Reisebuchungen in Zukunft ĂŒber einen Sprachassistenten vorzunehmen.

 

Welche GerĂ€te wurden ĂŒber Voice genutzt?

  • 57% Smartphone
  • 29% Tablet
  • 29% Laptop
  • 29% Desktop
  • 27% Speaker
  • 21% TV Fernbedienung
  • 20% Auto Navigation
  • 14% Wearable

 

Im Dezember 2019 wurden 157 Millionen Smart Speaker alleine in den USA verkauft. Seit Dezember besitzt einer von vier Erwachsenen in den USA einen Smart Speaker wie Apple HomePod, Amazon Echo & Co. (Quelle)

Der Google Assistant hat mittlerweile mehr als 500 Millionen MONATLICHE, aktive Nutzer und ist in mehr als 90 LĂ€ndern verfĂŒgbar. (Quelle)

Wenn Sie ein Unternehmen betreiben das in Zukunft vorne mitmischen möchte, sollte Ihnen das definitiv nicht gleichgĂŒltig sein. Es sollte Sie wach rĂŒtteln. Das sind immens hohe Zahlen mit starker Tendenz nach oben. Das bietet viel Potenzial – aber auch viele Gefahren. Denn was glauben Sie, wie viele VorschlĂ€ge Voice Assistenten dem Nutzer machen, ehe dieser eine Entscheidung trifft? Gehen wir davon aus, dass die Entscheidung Ă€hnlich wie bei Google gefĂ€llt wird: Der Nutzer wĂ€hlt aus den ersten drei Anbietern. Und ich traue mich jetzt schon zu behaupten, dass es maximal zwei VorschlĂ€ge ĂŒber Voice werden. Und das ist schon eine sehr rosige Vorstellung. Denn wer Voice nutzt möchte Zeit sparen. Zudem: Warum sollte der Nutzer sich ein weiteres Ergebnis vorschlagen lassen, wenn er es gewohnt ist, dass der erste Vorschlag der seiner Anfrage i.d.R. immer der Passendste ist? Denn diese Assistenten werden lernen. Da steckt ein riesiger Softwareapparat dahinter. Sie werden individuelles Nutzerverhalten auswerten und dem Suchenden das bestmögliche Ergebnis zuerst zeigen. Glauben Sie, dass der Suchende sich ein weiteres Ergebnis vorschlagen lĂ€sst, wenn er nicht nach einem ganz expliziten Produkt fragt? Wenn der Nutzer beispielsweise nach einem Handwerker sucht, der möglichst schnell etwas repariert. Oder einen Anwalt benötigt, der ihn bestmöglich vertritt?

Nein, es wird ganz anders laufen. Diese visuelle Darstellung wie bei Google mit vielen Ergebnissen untereinander ist in der Voice-Welt nicht mehr existent. Das ist vorbei. Wie schaffe ich es also der beste, der erste Vorschlag zu sein?

Voice Search in Kempten – wird das mein Unternehmen betreffen? Und wenn ja: Wie?

Der grĂ¶ĂŸte Ranking-Faktor fĂŒr die Zukunft? Ganz klar: Relevanz. Relevanz fĂŒr Ihr Unternehmen und das Branding Ihrer Firma.

Wenn Voice weiter wĂ€chst, wird es irgendwann so aussehen, dass der Nutzer nur noch sagt: Alexa, ich brauche einen Zahnarzt. Oder: Siri, buch mir einen Zahnarzttermin Dienstag um 9 in Kempten. Menschen suchen nach Lösungen von möglichst vertrauenswĂŒrdigen Quellen die wirklich helfen können und den Job erledigen. Das war schon frĂŒher so und das wird auch eine weitere Konstante im Leben von uns allen sein. So ist der Mensch nun Mal gestrickt.

 

Jetzt im Moment ist es sehr wichtig, dass man auf Plattformen wie Google fĂŒr seine Leistungen gefunden wird. Wer auf Seite zwei ist macht kaum Geld, wenn Kunden nur ĂŒber Google aquiriert werden. Das grĂ¶ĂŸte GeschĂ€ft liegt in den ersten drei PlĂ€tzen. FĂŒr das Threepack (Local SEO) und auch fĂŒr die SERPS.

Wenn Sie ein Produkt verkaufen, mĂŒssen Sie auch Plattformen wie Amazon und Wish nutzen. Dort sind die Kunden. Obwohl Amazon in einer Vielzahl an FĂ€llen bewiesenermaßen teurer ist als kleine Online Shops kaufen Menschen trotzdem bei Amazon. (Quelle)

Obwohl jeder weiß, dass Angestellte bei Amazon wirklich gar nichts zu lachen haben nutzen Menschen weiterhin Amazon. Aus einem Grund: Weil es einfach bequem ist.

Um als kleiner Online Shop zu verdienen mĂŒssen viele Stellschrauben betĂ€tigt werden. Angefangen bei starker Werbung auf Social Media inkl. Retargeting und vielen anderen aktuellen Strategien, die sofort FrĂŒchte tragen können.

Und was ist noch bequemer als sich nach Ergebnissen selbst umzusehen und zu eruieren wer den Job erledigen kann? Einem Voice Assistenten zu sagen was man braucht wie einem Dschinn – und die Software wĂ€hlt das passendste fĂŒr den Nutzer aus. BĂ€m, Ende! Aufgrund von Datenpunkten und Verhaltensmustern, die eine Wahrscheinlichkeit fĂŒr zufriedenstellende Produkte oder Dienstleister errechnen fĂ€llt die Entscheidung. WĂŒrde die Software den Termin auch noch automatisch nach dem freien Kalender des Suchenden und der Firma ausmachen wĂ€re das eine Lösung von der beide Seiten profitieren. Das ist die Zukunft. Darauf bewegen wir uns hin, langsam aber sicher.

Bleiben wir fĂŒr einen Moment im Dienstleistungssektor, wĂ€hrend eine solche Automatisierung noch nicht stattfindet. Denn das ist vom jetzigen Standpunkt noch ein wenig entfernt. Um in Zukunft relevant zu sein muss eine Marke aufgebaut werden. Und das ist ein langfristiges Spiel. Hier geht es nicht darum, dass ĂŒbermorgen ein paar Euro mehr verdient wurde. Hier geht es darum der Leuchtturm Ihrer Industrie, Ihres Gewerks und Ihrer Stadt zu sein.

Also muss ein Standing aufgebaut werden. Und zwar dort, wo alle sind: Auf Social Media. Es ist existenziell wichtig fĂŒr Ihr Unternehmen, dass Sie an Relevanz gewinnen. Irgendwann werden Metriken fĂŒr Voice genutzt, um das beste Ergebnis fĂŒr eine Suchanfrage zu erhalten.

Jetzt, in diesem Moment, sind fĂŒr die Ermittlung des zufriedenstellendsten Ergebnisses auf der Plattform Google ĂŒber zweihunderte Faktoren die von allen in Frage kommenden Webseiten miteinander verglichen werden. In hunderstel Sekunden. Kein Ergebnis der Suchanfrage gleicht dem anderen. Gartner geht davon aus, dass 2020 ein Drittel aller Suchanfragen ĂŒber Voice geschehen werden. 41 % der befragten Nutzer haben Google gesagt, dass ihr Voice Speaker sich anfĂŒhlt, als wĂŒrden sie mit einem Freund sprechen. (Quelle) Klingt so, als wĂŒrden Menschen Sprachassistenten sehr gerne nutzen.

Ein Trend, den man schwer ignorieren kann.

Das relevanteste Ergebnis fĂŒr die jeweilige Suchanfrage eines einzelnen Nutzers wird ganz oben angezeigt. Plattformen wie Google sind darauf ausgelegt fĂŒr Ihre Nutzer das individuell beste Ergebnis zu prĂ€sentieren. Denn nur so bleiben Nutzer dauerhaft im Loop und nutzen solche Plattformen weiterhin. Kein Wunder, dass 77% aller befragten Nutzer von Moz (einer der fĂŒhrenden SEO-Software Hersteller) drei Mal am Tag eine Google-Suche durchfĂŒhren. (Quelle) So verhalten sich die Menschen. Wer sich das Verhalten zu Nutze machen kann und vorbereitet ist, wird definitiv weiterhin vorne dabei sein.

Und wer in den SERPs nicht ganz oben angezeigt wird kann Werbung nutzen. Wird Werbung nutzen. Google Werbung ist fĂŒr den gesamten Google-Konzern von allen Bereichen die Einnahmequelle Numero Uno. Und ich verstehe das. Denn dort sind Menschen, die aktiv nach etwas suchen. Sie wollen Probleme lösen. Dort muss man vertreten sein. Eine SEO-Strategie ist fĂŒr Webseiten genauso wichtig wie eine SEA-Strategie. Dauerhaftes Wachstum benötigt viele verschiedene Trafficströme zur Homepage, zum Onlinshop. Denn Conversions passieren 2020 bei den meisten Unternehmen auf der eigenen Webseite und auf Social Media (bei letzterem mit stark steigender Tendenz).

Derzeit sind Einbindungen von Social Media ein positives Signal fĂŒr Suchmaschinen. Offiziell lesen Sie nicht aus, wie gut Ihre Reputation bzw. Ihre Follower/Following/Like/Share-Ratios sind. Es wird aber irgendwann der Punkt kommen, an dem Plattformen mehr Indikatoren benötigen, um ein gutes Ergebnis von einem sehr guten zu unterscheiden. Webseiten sind irgendwann in der Grundfunktion bestmöglich optimiert. Jedenfalls von allen ernst zu nehmenden Unternehmen. Agenturen wurden beauftragt neue Inhalte in Form von Blogs, Videos & mehr in bestmöglichen Formaten und zielgruppenorientierten Themen bereitzustellen. FĂŒr bessere Ergebnisse in den Platzierungen auf Google. FĂŒr mehr Wachstum und Reichweite auf den relevanten Social Media KanĂ€len. Es werden neue Datenpunkte miteinander verknĂŒpft und verglichen, um bereits mit dem allerersten Ergebnis von Voice den Top-Treffer zu landen. Und die Nutzer werden einwilligen dass Voice Assistants personenbezogene Daten nutzen dĂŒrfen. Denn Nutzer möchten es erfahrungsgemĂ€ĂŸ sehr bequem haben. Und ein Social Login mit Facebook, Google oder Apple ist auch so eine angenehme 1-Klick-Geschichte, die sich schon lange durchgesetzt hat. Profile werden ĂŒber alle Nutzer erstellt. Jede Handlung wird aufgezeichnet und analysiert. Final alle Daten fĂŒr die Suche nutzen zu können, um dem individuellen Nutzer das perfekte Ergebnis auf den ersten Treffer zu liefern ist dann die Superlative. Und es ist Marktmacht fĂŒr diejenige Plattform, die dies vollbringt. Daher werden diese Plattformen alles daran setzen, ihre Position auszubauen. Aber dort werden wir uns hinbewegen. Ich habe mal einen Tweet gelesen, bei dem ein Mann gesagt hat, dass wir irgendwann einmal dafĂŒr zahlen mĂŒssen, um ein Telefonat mit unseren iPhones fĂŒhren zu können. Wenn ich meine eigenen Zeilen lese habe ich die BefĂŒrchtung, dass der Nutzer irgendwann auch noch zur Kasse gebeten wird um die Assistenten zu benutzen. Ist das zu kontrovers oder trauen Sie das den Konzernen zu? Was fĂŒr eine Meinung vertreten Sie?

Die Frage nach einem Anwalt, einem Friseur, einem Golfclub oder einem Klemptner gegenĂŒber einem Voice-Assistant wird jedenfalls anders ausfallen als die Suche in einer Maske bei Google. Das Ganze kann auch bei uns in Kempten in den nĂ€chsten zehn Jahren schon passieren. Die Apple Kopfhörer AirPods & Pro-Modelle haben schon lange die Funktion der Suche ĂŒber Voice. Nutzer werden in GroßstĂ€dten mittlerweile nicht mehr komisch angesehen, wenn sie alleine durch die Straßen laufen und trotzdem vor sich hin reden. Sind diese kabellosen Kopfhörer im Ohr, weiß der Großteil der Bevölkerung, dass die Person wahrscheinlich telefoniert, eine Notiz macht oder mit einem Assistenten spricht. Voice ist ĂŒberall. In L.A. gab es schon letztes Jahr viel Diskussion wie man sich bei Starbucks zu benehmen hĂ€tte. Kopfhörer raus oder nicht? Wo ist die Grenze? Die Teile haben ja aktive GerĂ€uschutnerdrĂŒckung und auch einen Transparenzmodus. In letzterem werden GerĂ€usche des Umfelds ĂŒbertragen. Ist L.A. zu weit weg und ein Starbucks (noch) nicht in Kempten? Dann sehen Sie sich Ihren Browser an: Bereits jetzt ist in der Desktopsuche ein kleines Symbol fĂŒr die Spracheingabe vorhanden (das ist da ĂŒbrigens schon lĂ€nger). Das Lautsprecher-Symbol ist auch in der Tastatur in meinem iPhone rechts unten standardmĂ€ĂŸig drin.

Eine solche Suche wird bei dem Großteil Ihren Kunden vielleicht jetzt noch nicht genutzt. Betonung auf vielleicht. Aber seien wir mal ehrlich: Sie wird von jetzigen (Klein-)Kindern, Teenagern und jungen Erwachsenen ganz native angewendet. Es gibt zu Hauf Videos im Internet von Kindern die mit Alexa Hausaufgaben machen und damit groß werden. Die kennen das gar nicht anders. Wenn man Kleinkindern heute einen Game Boy Color in die Hand gibt wischen sie auf dem Display und denken noch nicht einmal daran die Knöpfe unten zu bedienen (ich hatte als Kind einen in lila transparent). Die Welt verĂ€ndert sich unentwegt. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Es ist wichtig an Relevanz zu gewinnen. Wenn Ihr Unternehmen heute schon als No-Name auf den großen Plattformen vertreten ist, sind Sie bereits im Prozess weniger relevant zu werden. Das ist ein long-term game. Reputation baut man nicht ĂŒber Nacht auf.

Wenn in Zukunft jemand ĂŒber die Plattform (die das Rennen gewinnen wird) eine Suche startet Ă  la „Alexa, ich brauche einen Zahnarzt“ wird nichts weiter von Bedeutung sein als die Marke. Als Reputation. Hier wird nur ein einziges Ergebnis mĂŒndlich vorgeschlagen. Keine visuelle Liste wie bei Google mit einem Display. Machen Sie sich das klar. Möglicherweise wird es eine Art von Bieterkrieg geben, Ă€hnlich wie die Anzeigenformate auf Google. Möglicherweise wird es auch noch eine neue Plattform geben auf der man sich fĂŒr solche VorschlĂ€ge anmelden muss, die der Voice-Plattform selbst gehört. Möglicherweise können Jingles erstellt werden. Vielleicht schlĂ€gt die Voice-Plattform auch standardmĂ€ĂŸig das Unternehmen vor, das es gekauft hat. Amazon’s Choice Produkte sind ja heute meistens auch die Eigenmarken von Amazon, die der Konzern gekauft oder aufgebaut hat. Wie wird es dann mit Amazon Alexa sein? Wenn Ihre Strategie der Kundengewinnung &  -bindung das bloße Überbieten von anderen Anbietern auf der jetzigen Plattform #1 ist, sind Sie und Ihr Unternehmen unglaublich angreifbar.

 

Haben Sie schon eine Strategie an der Sie arbeiten?

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